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© Maja Bogaczewicz 2018

Bildrechte © Maja Bogaczewicz 2006-2018

Artist Statement

"Ein Bild ist ein offenes Geheimnis."

Maja Bogaczewicz

Natürliche Vielfalt statt Corporate Design

Mein bildnerisches Schaffen wird von vielen Betrachtern als ein diverses und lebendiges Gebilde wahrgenommen. Es gibt dahingegen auch solche Betrachter, die sich sehr schwer tun, einen sofort erkennbaren, klaren gemeinsameren Nenner für alle meine Werke zu finden. Ich kann mir vorstellen, dass alle solche Versuche werden immer scheitern müssen, weil ich in thematischen Reihen arbeite, die auf dem ersten Blick weder verwandt sind noch es sein sollen. Mich amüsiert es daher sehr, wenn manche Zuschauer beim Ansehen meiner „Inneren Übungen“ fragen: „Sie malen (!) also... Kreise?“ – denn ich bin Vieles und habe überhaupt kein Bedürfnis danach, in die enge Schubladen rein zu passen, um sich besser vermarkten zu können bzw. vermarkten zu lassen.

Das Motto von Picasso „Ich suche nicht - ICH FINDE!“ hat mich schon immer sehr angesprochen. Ich halte es auch für besonders wichtig, dass ein Künstler/Künstlerin den eignen Fantasien und spontanen „Entdeckungen“ treu bleibt, indem er/sie diese neugierig erforscht und weiterentwickelt – egal wie überraschend und „inkonsequent“ dies für jemandem anderen erscheinen möge.

 

Eigene Kreativität zu entfalten ist ein lebenslanger Prozess, der nach individuellen Regeln verläuft. Diese lassen sich mit dem momentanen Diktat des Marktes nicht immer gut vereinbaren. Sei denn, man würde wollen, sich zum dessen Sklaven machen. Ein Künstler ist keine zu vermarktende Marke, ein Künstler ist ein Mensch und kein Produkt. Bildsprache eines Künstlers und deren natürliche Verwandlung drucken daher, meiner Meinung nach, seine lebendige Auseinandersetzung mit sich selbst und der Welt aus. Wie es konkret in meinen Bildreihen erfolgt, können Sie aus den einzelnen Texten erfahren, die Sie im Menu Artportfolio Malerei und Grafik finden. 

Im Allgemeinen kann man sagen, dass meine Arbeit zwei "Ausrichtungen" hat, die sich jedoch zu einander, statt auseinander entwickeln. Einerseits, sind es die Bilder, die ich als kontemplativ bezeichne. Diese Werke stellen meine Wahrnehmung vom Mikro- und Makrokosmos auf seiner psychisch-energetischen Stufe dar. Die zweite "Richtung" bzw. "Ausrichtung" meiner Kunst fokussiert sich stärker darauf, die wichtigen Facetten der „äußerlichen“ menschlichen Welt kritisch zu beleuchten. Dies wird aber nie eindeutig und direkt sondern in eine spielerische Art und Weise gemacht.

Spiel der Gegensätze oder Weg der Mitte?

Abstraktion und Figuration, Plan und Zufall, Innen und Außen, Ruhe und Bewegung, Harmonie und Kontrast, Natur und Technik, Materie und Gedanke, Leben und Tod – es sind die wichtigsten acht Spannungsfelder, die meine Arbeit in ihren inhaltlichen und bildnerischen Facetten am besten bezeichnen. Diese Felder haben sich im Folge eines langjährigen Prozesses herauskristallisiert und beinhalten Themen, die mich seit der Studienzeit beschäftigen, seitdem ich die Möglichkeiten des Tiefdrucks kennengelernt habe. Diese Technik ermöglicht verschiedene Ätzverfahren, die völlig unterschiedliche Wirkung haben, in einer Arbeit organisch sehr zu kombinieren. Meine bewusste Zwiespältigkeit in Bezug auf den Inhalt und die Schaffensmethoden hat Prof. Marcin Pawlowski schon damals so beschrieben:

“At times, the form a picture is culmination of a long and arduous realization process dominated by precision and concentration; at others physical manifestation of a single gesture or choice referring to, for example, a sheer coincidence. However, this duality of attitude, continuously present in Maja Bogaczewicz’s art, confirms and characterizes extraordinary and overriding consistency of her every move”. (Prof. Marcin Pawłowski über die Arbeit „Innere Exercises”, Übersetzung Ewa Duszkiewicz & Casey Jones).

All of the “Inner Exercises” exist on the verge of abstract and realistic thinking (assuming the terms’ conventional meanings). Their strong and often troubling artistic expression stems from, among other things, allusive character of the successive depictions. (…) Every piece of the cycle is capable of bringing the viewer to an exquisite depth of emotional involvement, perhaps even involuntarily drawing him or her into an exploration of the artist´s source of inspiration. (Prof. Marcin Pawlowski, Übersetzung Ewa Duszkiewicz & Casey Jones)

Vergänglichkeit und Transformation – ein Plädoyer für die Lebendigkeit

Wenn ich selber über den Themen nachdenke, die sich konsequent in meiner Arbeit „wiederholen“ bzw. stets wiederkehren, kommen mir die Stichworte wie Wechselwirkung, Transformation, Erneuerung, Vergänglichkeit und Lebenswille in den Sinn. Meine Kunst soll ein positives Zeichen setzen, auch wenn sie kritisch ist. Es ist die Kunst für das Leben und die Lebendigkeit, die das Leiden und die Angst mit der Ruhe und Mut überwinden.